sentio hero

Heimat ist kein Ort – Heimat ist ein Gefühl

Allgemein

Plakat

Wohl jedes junge Model träumt davon, sich selbst einmal in ganz groß auf einem Plakat zu sehen. Nun bin ich allerdings kein Model, sondern Weinkönigin. Trotzdem sieht man mich in den kommenden Wochen im gesamten Anbaugebiet und darüber hinaus in Printanzeigen, im Internet und nicht zuletzt auf Großplakaten. Wie kam es dazu und was hat es damit auf sich?

Im November 2015 erhielt ich einen Anruf vom Welterbe Zweckverband. Wie auch im vergangenen Jahr sollte es dieses Jahr eine Welterbe-Bekenner-Kampagne für das Obere Mittelrheintal geben. Mir wurde erklärt, dass vier namhafte Personen, die sich sehr um das Mittelrheintal bemühen, portraitiert werden sollen. – Eine davon sei ich.
Da ich meine Heimat so sehr liebe, habe ich mich natürlich riesig über diese Ehre gefreut und sofort zugesagt. Wenige Wochen später wurde ich zum Weingut Goswin Lambrich eingeladen, in dessen imposanten Gewölbekeller geshootet werden sollte. Während ich mich noch umzog und meine Haare in Form gebracht wurden, baute das Team vom Zweckverband gemeinsam mit der Fotografin Barbara Melzer die Kulisse auf und Michael Defrancesco von der Rhein-Zeitung organisierte mir lieberweise noch schnell ein Brötchen zur Stärkung, bevor es los ging.

Nach ein paar lockeren Probefotos sollte ich mich auf ein Weinfass setzen und das Welterbe-Schild in die Hand nehmen – soweit der vermeintlich simple Plan. Es war allerdings gar nicht so einfach, in einem engen Kleid und hohen Schuhen auf das Fass zu klettern. Ich muss sagen, ich würde niemandem empfehlen, sich in einem Perlenkleid auf ein Fass zu setzen, denn wer schon einmal ein Weinfass gesehen hat weiß, dass so ein Fass am Rand eine recht hohe Kante hat. Wenn man länger darauf sitzt, drückt es einem ganz schnell das Blut in den Beinen ab. Die nächste Herausforderung bestand also darin, gleichzeitig gegen die Schmerzen die Beine anzuheben, dabei das Schild im richtigen Winkel in die Kamera zu halten und entspannt zu lächeln, als sei das Ganze eine Leichtigkeit.
Naja, mit einer Jeans wäre das sicherlich eine bessere Idee gewesen, wurde uns nach einer Weile bewusst. Also durfte ich wieder vom Fass herunter klettern und während wir noch über meinen Bauchmuskelkater vom Beine anheben scherzten, entstand das eigentliche Foto.

„Ich bin Welterbe“, lautet der Kampagnenslogan. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich zum Weltkulturerbe erklärt wurde 😉 Vielmehr heißt es, dass ich als Bewohnerin des Mittelrheintals Erbin dieser Region bin. Es soll die Mittelrheiner mit ihrem Welterbe verbinden. In den folgenden Tagen führte ich mit der Werbeagentur ein Telefonat um zu erklären, was das Welterbe für mich bedeutet. Ich freue mich, dass meine Erklärung wie abgegeben gedruckt wurde, denn es ist mir wichtig, dass das Tal nicht einfach, wie unter einer Glasglocke, bewahrt wird und verstaubt:

„Weinberge, Felsen, Burgen – hier ist es wunderbar romantisch. Das alles nicht nur zu bewahren, sondern auch nachhaltig zu entwickeln, darum geht es. Auch „meinen“ Winzern: Sie setzen sich für den Erhalt der Steillagen ein und helfen gleichzeitig, die Kulturlandschaft zu entwickeln. Wie? Indem sie Tradition und modernste Technik miteinander verbinden. Gelebte Geschichte und lebendige Gegenwart – das ist mein Welterbe.“

Mir war zwar gesagt worden, dass es Plakate geben werde, doch ich ahnte damals nicht, dass die Plakate sooooo groß werden sollten. Es war eine lustige Überraschung für mich, mich selbst in 2,50×3,50m in Koblenz zu entdecken. 😀 Seit kurzem ist die Kampagne nun gestartet und ihr könnt die Plakate überall sehen. Gebt mir gerne Bescheid, wenn ihr eins entdeckt!

Wer in einem Video mehr über „mein“ Welterbe erfahren möchte, klickt bitte hier!

 

Im Weingut Schloss Reinhartshausen durfte ich gemeinsam mit der Fotografin Barbara Melzer die Kampagne vorstellen
Im Weingut Schloss Reinhartshausen durfte ich gemeinsam mit der Fotografin Barbara Melzer die Kampagne vorstellen

Warum Pendeln auch toll sein kann

Allgemein

Frühling am Mittelrhein

Düsseldorf-Koblenz-Düsseldorf-Oberwesel-Düsseldorf-Mainz-Düsseldorf-Boppard…

….und dazwischen immer wieder der altbekannte Stau auf der A3 über Köln. Da ich kein Auto-Sponsoring habe, fahre ich in diesem Jahr als Weinkönigin mit meinem eigenen Auto zu den Terminen. Der Blick auf den Tacho, der nun plötzlich  >25.000km anzeigte, ließ mich nachdenken.

Viele Menschen fragen mich derzeit, wie ich die Pendelei als Weinkönigin aushalte. Ich kann aber zum Glück sagen, dass ich es gar nicht als schlimm empfinde. Im Bereich Medien/Marketing/PR ist Düsseldorf nun einmal ein toller Studienort, aber da ich mich trotzdem mit der Heimat und dem Weinbau so verbunden fühle, bleibt mir derzeit nichts Anderes übrig.
Oft stehe ich über Köln im Stau, aber ich sehe diese Zeit nicht als verlorene Zeit an. Ich kann auf diesen Strecken prima per Freisprechanlage auch mal wieder Freunde anrufen, bei denen ich mich längst melden wollte. Zudem habe ich es mittlerweile perfektioniert zu wissen, wie viele Minuten Stau mich um welche Tageszeit und an welchem Wochentag erwarten. Ich packe mir also einfach ein Brötchen und einen Kaffee ins Auto, stöpsel meine Gute-Laune-Playlist an und los gehts!

Der schönste Moment meiner Strecke ist es immer, wenn ich über die A3 Richtung Koblenz fahre und am Siebengebirge vorbei komme. Stellt euch vor, ihr fahrt eine kleine Steigung hinauf und oben angekommen taucht ein großer kegelförmiger Berg am Horizont auf. Ab diesem Moment weiß ich immer: „Hier fängt mein Anbaugebiet an, ab hier bin ich Zuhause“. – Gänsehaut!

Im Anbaugebiet selbst wähle ich oft nicht die schnellste Route über eine der Autobahnen, sondern plane mir die Zeit ein, den Weg durch das wunderschöne Tal nutzen zu können. Ich genieße es, Kurve um Kurve an den Weinbergen und der wunderbar romantischen Landschaft mit all den Burgen vorbei fahren zu können und jederzeit zu wissen, wie der Stand bei meinen Winzern gerade ist. Es kommt auch öfter mal vor, dass ich kurz rechts ran fahre, wenn ich im Weinberg jemanden erkenne, um einfach mal Hallo zu sagen.

Ein weiterer Vorteil am Pendeln ist, dass ich immer wieder Nächte im Tal übernachte, um die lange Strecke erst am nächsten Tag zurück zu fahren. So kann ich länger bei Veranstaltungen bleiben und lerne die Menschen noch besser kennen.
Zu guter Letzt bemerke ich kleine Veränderungen viel mehr, als wenn ich die ganze Zeit vor Ort wäre. Während es vor drei Tagen in Düsseldorf noch vorherrschend grau war, blühten bei meiner Ankunft am Mittelrhein schon die Kirschen und Weinbergspfirsische und am grauen Loreleyfelsen spross zartes Grün…

Das ist jedes Mal, als würde ich gleichzeitig nach Hause und in den Urlaub fahren. 

Offen gestanden freue ich mich aber auch schon sehr darauf, bald wieder in die Region zurück zu ziehen. 😉

 

 

ProWein 2016: Meine 3 ½ Winzer und ich

Allgemein

Sarah HUlten und Günther Jauch

Einmal im Jahr ist es so weit. Gefühlt trifft sich die ganze Weinbranche in Düsseldorf. Als Weinliebhaber merkt man es spätestens daran, dass sich die Facebook-Timeline mit unzähligen Bildern von Weinflaschen und –Gläsern füllt. Als Düsseldorferin merkt man es jedoch schon lange vorher, denn die Schlafmöglichkeiten in Düsseldorf sind zu Messezeiten rar und hoffnungslos überteuert. So kam es dann auch, dass mein Auto zur Mitfahrgelegenheit und meine Wohnung zum Campingplatz mutierten. 😉

Bereits am Vorabend der ProWein trafen wir uns aus mehreren Anbaugebieten, von Mosel bis Saale-Unstrut bei mir und verkosteten zum Warm-Up in geselliger Runde die jeweils mitgebrachten Weine.

Sonntag früh ging es dann los. Wie ihr ja bereits wisst, ist der Mittelrhein ein sehr kleines Anbaugebiet und hatte folglich keinen eigenen Messestand. Ich wollte aber natürlich trotzdem auf die ProWein, wenn ich schon einmal direkt um die Ecke wohne, und war alle drei Tage anwesend. Jedem der mich fragte, ob der Mittelrhein denn überhaupt auf der ProWein sei, konnte ich allerdings stolz verkünden, dass 3 ½ meiner Mittelrhein Winzer über den VDP dabei waren. 3 ½ klingt natürlich seltsam, deswegen muss ich dazu erzählen, dass es 3 Mittelrhein Winzer waren und einer, der seinen Sitz eigentlich an der Ahr hat, aber am Mittelrhein ebenfalls Flächen bewirtschaftet.
Die Stände von Bastian, Toni Jost, Ratzenberger sowie Josten&Klein waren durchweg sehr gut besucht.

Natürlich habe ich mich in den drei Tagen aber nicht nur an diesen vier Ständen aufgehalten. Ich habe mich bei vielen tollen Ausstellern im dreistelligen Bereich durchprobiert, unzählig viele Gespräche auf Deutsch wie auch Englisch geführt, andere Weinköniginnen getroffen und an Seminaren und Vorträgen teilgenommen. Von neuen Gläsern, Orange-Wein, Weinbewertungssystemen, über WSET-Verkostung oder Wein im Discounter bis hin zu Wein und Schokolade war alles dabei und ich konnte viel Neues entdecken.

Zu den getroffenen Personen gehört übrigens auch Günther Jauch. Ich hatte bei meiner Wahl zur Weinkönigin auf die Frage, welchen Star ich gerne einmal treffen würde, seinen Namen genannt und freute mich umso mehr, dass ich unter seiner persönlichen Anleitung seine Weine kosten durfte und einige Worte mit ihm wechseln konnte.

Jeder, der einmal drei Tage Messe mitgemacht hat weiß, wie sehr einem die Füße schmerzen können. Das hielt meinen Besuch und mich aber nicht davon ab, Montagnacht auf der Weissrot Party der Sommelier Union mit den Weinmajestäten von Mosel, Rheinhessen und Pfalz durchzutanzen.
Dass die Tage anstrengend waren, fällt im Rückblick schon gar nicht mehr so auf, denn ich habe viel gelernt, tolle Menschen getroffen und super Weine probiert. Am letzten Tag machte ich sogar noch eine spannende Entdeckung, über die ich demnächst berichten werde: Blauer Wein. Und ich meine keinen blauen Portugieser, sondern wahrhaftig strahlend blauen Wein. Ihr werdet´s sehen… 😀

Vortrag Sarah Hulten Mittelrhein Weinkönigin Sarah Hulten und andere Majestäten Sarah Hulten und Ratzenberger

Mitfahrgelegenheit Sarah Hulten und Julia Kren Sarah Hulten Mosel Tasting Sarah Hulten und Clarissa Peitz

„Wein auf Bier, das lob´ ich mir!“
– Wie man in Belgien Wein trinkt

Allgemein

„Wein auf Bier, das lob´ ich mir! Bier auf Wein, das lass´ sein!“ – Wer hat diesen Spruch nicht schon einmal gehört. Ich muss gestehen, dass wir bei den intensiven Sensorik-Seminaren mit ca. 40 Weinen am Tag, gerne auch ein Feierabend-Bier genossen haben, doch ich habe mich bei meiner Reise in die Bier-Nation mal daran gehalten. Aber beginnen wir von vorne, denn der Auftakt meiner Reise nach Brügge war fantastisch!

Ich wurde vom National College of Europe angefragt, ob ich im Rahmen der „DACH National Week“ vor rund 50 Studenten ein Seminar über den Weinbau am Mittelrhein geben könne. Ich habe mich sehr darüber gefreut und habe mich also im Januar hoch motiviert in den Zug gesetzt. Als ich am Zielbahnhof ankam galt es, den Studenten zu finden, mit dem ich vorher alles geplant hatte. Doch das sollte mir nicht schwer fallen, denn die Begrüßung war bisher eine der Besten:
Her Majesty Empfang Brügge

„Her Majesty“

Die Studierenden Jonas und Cornelia brachten mich zu meinem Hotel mit anschließendem Mittagessen am College. Bei den ersten Gesprächen stellte sich schnell heraus, dass mein Seminar bereits eine Stunde nach der Bekanntmachung ausgebucht und sehr gefragt war. Ich fühlte mich sofort Willkommen und freute mich umso mehr auf das abendliche Seminar. Doch vorher bekam ich von Cornelia noch eine Führung durch den wunderschönen Stadtkern. Ein belgisches Bier-Tasting durfte dabei vor dem Wine-Tasting natürlich nicht fehlen! 😉 Cornelia führte mich hierzu durch ein unscheinbares Gässchen, das mich ein wenig an die Winkelgasse bei Harry Potter erinnerte, zu einer urigen kleinen Kneipe mit einer scheinbar endlos langen Bier-Karte.

Zurück am College half ich noch beim Eindecken des Seminarraums, bevor es dann auch schon losging. Dass die jungen Studierenden eher Laien in Sachen Wein sind, merkte ich schon daran, dass wir in Ermangelung echter Weingläser Wassergläser eindeckten, doch das sollte uns keinen Abbruch tun. Die Herausforderung lag für mich eher darin, den Vortrag komplett auf Englisch zu halten. Wer mich kennt weiß, dass ich meine Vorträge und Reden eigentlich immer frei halte, doch an diesem Tag hatte ich mir einen Spickzettel mit den wichtigsten weinbezogenen Vokabeln geschrieben. 😉
Die Studierenden lauschten bei einem Begrüßungssekt gespannt meinen Erzählungen darüber, wie ich zur Weinkönigin wurde und was das Mittelrheintal und den Weinbau in Deutschland ausmacht.

Da ich den Auftrag hatte, den Studierenden etwas über Wein beizubringen, lernten sie anschließend, wie Wein richtig getrunken wird. Selbstverständlich habe ich meine Schüler dabei nicht auf dem Trockenen sitzen lassen! Nach all der Theorie galt es, das Gelernte auch praktisch umzusetzen. Bei einer Probe mit vier Mittelrhein-Weinen beteiligten sich alle und stellten dazu auch detaillierte Fragen. Es gelang mir zum Glück super, auf Englisch die Fachbegriffe und Zusammenhänge simpel zu erläutern. Zwischen den Fragen über die Mineralität und Lagerfähigkeit der Weine war natürlich auch die obligatorische Frage dabei, ob man als Weinkönigin eine gute Leber haben müsse. Wir verbrachten noch einen sehr lustigen gemeinsamen Abend. Ich freue mich, dass ich sogar die anwesenden Mexikaner und Franzosen vom Mittelrhein-Wein überzeugen konnte. 😀

DACH Wine Tasting Sarah Hulten Sarah Hulten

DACH Wine Tasting DACH Wine Tasting

Sarah Hulten Wine Tasting Sarah Hulten

Ich bedanke mich für die tolle Reise und folge gerne der Einladung für das Folgejahr, wenn es dann wieder heißt:

„Brügge sehen und … Wein trinken!“

Brügge Sarah Hulten

 

Oechsle? Keine Sorge, da ist keine Kuh im Wein

Weinwissen

Sarah Hulten

Vor Kurzem postete ich, dass ich mich darüber freue, dass zwei meiner Mittelrhein-Winzer Eiswein in diesem warmen Jahr gelesen haben. Ich schrieb, dass es bei dem einen Winzer 150°Oe und bei dem anderen sogar 162°Oe waren.
Doch was ist eigentlich dieses °Oe?

Oe steht für Oechsle. Doch keine Sorge, es bedeutet nicht, dass in dem Wein eine männliche Kuh enthalten ist! 😉 In Grad Oechsle wird das Mostgewicht des Weines angegeben. In meinem Seminarbuch Deutsche Weine steht dazu: „Spezifisches Gewicht des Traubenmostes, d. h. das Gewicht des Mostes im Verhältnis zu seinem Volumen, ausgedrückt in Oechslegraden; das Mostgewicht ist ein Indikator des zu erwartenden Alkoholgehaltes“.

Ich muss gestehen, dass man diesen Satz als Laie ungefähr 10 mal lesen muss, ehe man versteht, was es denn nun mit diesen Oechlsegraden auf sich hat. Daher möchte ich versuchen es einfacher zu erklären:

Der Traubenmost ist der unvergorene Traubensaft. Das Mostgewicht in °Oe erhält man, indem man bei 20°C die Dichte des Mostes mit der Dichte von Wasser vergleicht. Wenn man nun das Gewicht von einem Liter Most mit einem Liter Wasser vergleicht, so wiegt der Most mehr. Die Grad Oechsle geben an, um wie viel Gramm der Liter Most mehr wiegt, als der Liter Wasser. 

Für die Mathematiker, die es gerne genau wissen möchten, die Formel lautet:
n = 1000 \cdot (\rho_M - \rho_W)

Bezogen auf unseren ersten Eiswein bedeutet das, dass ein Liter des Saftes aus den gefroren gekelterten Trauben 1150 Gramm wog. Stellt sich die Frage: Warum wiegt der Most mehr und warum freue ich mich so darüber?
Der Gewichtsunterschied im Verhältnis zum Wasser ist in erster Linie bedingt durch den Zuckergehalt. Da die Hefe den Zucker zu Alkohol umsetzt, lässt sich durch das Mostgewicht auch schon der voraussichtliche mögliche Alkoholgehalt des Weines errechnen. Aber keine Sorge, ich freue mich nicht auf übermäßig viel Alkohol 😉 Der Eiswein wird in der Regel nicht komplett durchgegoren und ist ein eher leichter Wein. Dadurch haben wir beim Eiswein einen hohen Restzuckergehalt, der den Wein so richtig schön süß schmecken lässt. Ich freue mich schon auf die ersten süßen Schlucke des 2015ers!

Ein Glühwein, swei Glühweih, rei Lühwei,…

Allgemein

Sarah Hulten

Der Titel kommt euch bekannt vor? Dann habt ihr euch bestimmt auch schon einmal gefragt, ob es tatsächlich stimmt, dass Glühwein schneller betrunken macht als normaler Wein. Heute ist in den meisten Städten der letzte Tag des Weihnachtsmarktes, da wird es Zeit, schnell noch ein paar Mythen zu klären.

1. Glühwein macht schneller betrunken

Der typische fertig gekaufte Glühwein hat in der Regel nur zwischen 8-10 vol. %, das lässt im ersten Moment vermuten, dass er nicht so schnell betrunken macht, wie ein alkoholreicher Rotwein. Doch das Gefühl, das sicherlich einige vom Weihnachtsmarkt kennen, trügt nicht. Der Alkohol selbst erweitert bereits die Blutgefäße. Dies wird durch die hohe Temperatur des Glühweins jedoch noch verstärkt und führt dazu, dass der Alkohol in Magen und Darm schneller absorbiert wird und ins Blut gelangt. Hierzu trägt übrigens auch der hohe Zuckergehalt im Glühwein bei.
Der Mythos ist also wahr!

2. Glühwein wärmt wenn´s kalt ist

Zugegeben, es war diesen Winter nicht unbedingt bitterkalt. Trotzdem wärmen wir uns gerade abends auf dem Weihnachtsmarkt gerne die Finger an einer heißen Tasse. Bis zu diesem Punkt kann ich den Mythos also für wahr erklären. Ebenfalls richtig ist es, dass der heiße Alkohol für ein wohlig warmes Gefühl im Bauch sorgt. Das liegt daran, dass die Durchblutung angeregt wird. Allerdings weitet der Ethanol, wie bereits erwähnt die Gefäße. Wenn diese direkt unter der Haut vergrößert sind führt das dazu, dass nach dem ersten Wärmeeffekt die Haut stärker auskühlt. Man friert also langfristig mehr als vorher.

3. Glühwein macht dick

So leid es mir tut, leider stimmt es, dass Glühwein durch seinen schnell verwertbaren Zucker eine kleine Kalorienbombe ist. 100ml des süßen Getränks haben rund 80-100 Kalorien. Das bedeutet, dass bei einer normalen Tasse stolze 200 Kalorien zusammen kommen.
Meiner Meinung nach gehört der Glühwein allerdings untrennbar zur Weihnachtszeit dazu. Das gesellige Zusammentreffen mit Freunden macht doch einfach nur Spaß. Für alle, die heute lieber Zuhause bleiben, aber nicht auf ihren Glühwein verzichten möchten anbei ein paar Tipps.

Mittelrhein-Glühwein, wie ihn die Weinkönigin trinkt:

Der Wein ist selbstverständlich die wichtigste Basis, an der man nicht sparen sollte. Nur aus einem guten Wein wird auch ein guter Glühwein. Rot oder Weiß, das ist Geschmacksache. Ich empfehle, immer einen leichten, fruchtigen Wein zu wählen. Auf meinem Foto koche ich mit einem leichten, trockenen, an Johannisbeeren erinnernden Spätburgunder.
In den Wein kommen eine in Scheiben geschnittene Orange, Saft einer halben Zitrone, eine Stange Zimt, 2 Nelken, 2 Anissterne und 5 Kapseln Kardamom. Ich fülle Nelken, Anis und Kardamom übrigens immer in einen Teebeutel, dann spart man sich das Filtern 😉 Der Wein muss mit diesen Zutaten circa 20 Minuten leicht erhitzt werden. Dann noch weitere 20 Minuten ziehen lassen, Orangen und Gewürze herausnehmen, mit Zucker oder (für die Kalorienbewussten) Honig abschmecken und auf Trinktemperatur bringen. Wichtig ist, dass ihr den Glühwein niemals kochen lasst.

Ich wünsche euch einen schönen und stressfreien Abend vor Weihnachten! Lasst es mich wissen, wie ihr euren Glühwein trinkt oder ob euch mein Rezept schmeckt.

Quelle:
http://www.kenn-dein-limit.info/news/artikel/aufwaermen-mit-gluehwein.html (23.12.2015)

Wie wird man überhaupt Weinkönigin?

Allgemein

DWI Sensorik Sarah Hulten

Heute gibt es die Fortsetzung meines letzten Beitrages. Nach der Frage, wie ich auf die Idee gekommen sei, Weinkönigin zu werden, folgt immer die Frage: „Wie wird man überhaupt Weinkönigin?“.
In der Regel ist eine Gebietsweinkönigin eine Winzertochter, die erst in ihrem Ort Weinkönigin wird und in den darauffolgenden Jahren zur Wahl der Gebietsweinkönigin antritt. Nunja, Ausnahmen wie meine bestätigen die Regel… 😉

Nachdem ich im Schloss Koblenz von Herrn Stauf angesprochen wurde und das OK von meinem Freund hatte, recherchierte ich in den darauffolgenden Tagen ein wenig und rief bei der Gebietsweinwerbung an. Die liebe Frau Specht freute sich und sagte mir, dass die Ausschreibung zur Wahl demnächst folgen werde und dass ich doch schon einmal eine Initiativbewerbung schreiben solle. – Gesagt, getan.

Bis dahin gestaltete sich der Weg zur Krone recht einfach. Nun musste ich mir aber Gedanken darüber machen, wie ich mir als Nicht-Winzertochter all das nötige Wein-Wissen aneignen würde. Man könnte schnell denken, dass eine Weinkönigin nur nett reden und lächeln muss, doch neben Offenheit, Charme und Spontanität spielt auch das fachliche Wissen eine Rolle. 
Ich muss gestehen, dass ich manchmal ein klein wenig perfektionistisch bin, deswegen meldete mich für den Zertifikatslehrgang zum „Anerkannten Berater für Deutschen Wein“ beim Deutschen Weininstitut an. Hier konnte ich alle wichtigen Grundlagen über den Deutschen Wein erlernen. Im Herbst absolvierte ich zudem zwei Sensorik-Seminare, um meine Fähigkeiten weiter zu vertiefen.

Mir war es jedoch wichtig, die Dinge nicht nur auf dem Papier, sondern auch im wahren Leben zu lernen. Ich bin der Meinung, um die Winzer der Region richtig repräsentieren zu können, muss man alles einmal selbst mitgemacht haben. Also rief ich im Sommer im Weingut Scheidgen in Hammerstein an und fragte nach einem Praktikum. Ich freute mich riesig, dass Georg Scheidgen sich bereit erklärte, mein Patenwinzer zu sein. Gleich am zweiten Tag fuhr ich in Wanderstiefeln und Khakis morgens um 6:00 Uhr in Richtung Mittelrhein, bekam dort einen Regenmantel und eine riesige Heckenschere in die Hand gedrückt und durfte den ganzen Tag mit in den Weinberg, um die Laubarbeiten zu erledigen.
Im Laufe des Jahres einmal alle Arbeiten in Weinberg und Keller selbst erledigen zu dürfen führte zwar zu Muskelkater und heftigem Sonnenbrand, doch es war die beste Möglichkeit zum Lernen. Ich bin dem Team Scheidgen und auch meinen anderen befreundeten Winzern, die mich mit in ihren Weinberg und Keller genommen haben und mir all meine neugierigen Fragen beantworteten, sehr dankbar!

Nun konnte es in die unmittelbaren Vorbereitungen zur Wahl gehen…

Wie alles begann

Allgemein

Meine Freunde und einige Winzer wussten schon immer, dass ich mich sehr für das Thema Wein interessiere. Meine Freunde nennen mich immer lächelnd ihre Weinexpertin und freuen sich, wenn ich ihnen mal eine Flasche mitbringe oder sie berate. Mittlerweile trinken übrigens sogar meine lieben Düsseldorfer gerne Wein, obwohl Altbier naheliegender wäre.
Von allen anderen werde ich jedoch immer gefragt: „Wie kommt man darauf, Weinkönigin zu werden?!“, „Wie wird man überhaupt Weinkönigin?“ und „Was macht eine Weinkönigin?“. Ich möchte heute mit der Antwort der ersten dieser drei Fragen beginnen:

Es war einmal, an einem strahlenden Sommermorgen, da wachte im verwunschenen Düsseldorf eine blonde junge Frau auf. Sie reckte sich und streckte sich, kämmte sich das goldene Haar und wusste beim Blick in den Spiegel, dass sie bald eine Königin werden würde.

Nein, Moment. Ganz so märchenhaft war es dann doch nicht… 😉
In Wahrheit bin ich ganz einfach schon immer gerne auf Weinmessen und Weinproben gegangen. Und so gehört für mich Wein im Schloss in Koblenz zu den jährlichen Highlights. Im Mai 2015 war ich ebenfalls dort und probierte mich durch die große Auswahl der rheinland-pfälzischen Weinelite und fragte die Winzer über ihre Weine aus. Zum Abschluss des schönen Tages gönnte ich mir noch ein letztes Glas meines Favoriten und ging, am Glas nippend, die erhabene Schlosstreppe herunter.

„Entschuldigen Sie, sind Sie Weinkönigin?“, wurde ich dabei von der Seite angesprochen. Ich fühlte mich geschmeichelt und antwortete, dass ich lediglich ein normaler Gast sei. Daraufhin meinte Herr Stauf, der sich mir als ehemaliger Mitarbeiter des Weinbauministeriums vorstellte, dass ich aber wie eine Weinkönigin aussehe. Ich entgegnete, dass ich zwar als Kind immer Weinkönigin werden wollte, aber dass dies leider nicht möglich sei, da ich ja gar keine Winzertochter sei. „Das ist überhaupt nicht mehr nötig! Könnten Sie sich denn vorstellen, Weinkönigin zu werden?“, fragte er.
Ich bin so heimatverbunden und fand diesen Gedanken aus dem Bauch heraus so toll, dass ich „Wenn das geht. Na klar!“, antwortete. Daraufhin nahm der liebe Herr Stauf mich ganz einfach mit die verbliebenen Stufen herunter und stellte mich einigen Leuten vor, die am Mittelrhein aktiv sind.

Ehe ich mich versah entstand diese großartige Idee, Weinkönigin für meine wunderschöne Heimat zu werden. Es stellte sich nur noch die Frage:
„Wie wird man eigentlich Weinkönigin?“.

 

Startschuss!

Allgemein

„Die Mittelrhein Weinkönigin wird bloggen“, schrieb mein selbsternannter Hoflieferant Hagen Graf heute mittag. Ich kann nun selbst bestätigen, dass dies der Wahrheit entspricht. Ich freue mich, dass ihr den Weg zu meinem Blog gefunden habt!

Nach meiner Wahl zur 46. Mittelrhein Weinkönigin am 30. Oktober 2015 schwappte eine riesige Welle an Glückwünschen, Anfragen, Briefen und Aufgaben über mich herein. Ich war zugleich unendlich glücklich und überwältigt. Nun liegen die spannenden ersten drei Wochen im Amt mit Presseterminen und Auftritten hinter mir und ich hatte ein freies Wochenende, sodass ich mir endlich mal die Zeit nehmen konnte, an diesem Blog zu basteln.

Warum ein Blog?
Viele Menschen haben mich schon vor der Wahl gefragt, wie es denn kommt, dass ich als Nicht-Winzertochter unbedingt Weinkönigin werden möchte und wie man überhaupt eine Weinkönigin wird. Ebenso höre ich oft die Frage, was eine Weinkönigin denn alles so mache. Ich werde euch in diesem Blog also berichten, wie das Ganze seinen Anfang fand und werde euch ein Jahr lang mit zu meinen Terminen nehmen. Darüber hinaus sehe ich es aber auch als wichtig an, nicht nur über mich selbst, sondern auch über „meine“ Winzer und auch den Wein am Mittelrhein zu informieren. Ich werde euch immer mal meine Gedanken zu meiner wunderschönen Heimat mitteilen. Selbst wenn diese vielleicht auch mal kritisch ausfallen können. Ihr könnt euch immer darauf verlassen, dass ich euch r(h)einen Wein einschenken werde. 😉

Solltet ihr Fragen und Anregungen haben, scheut euch nicht, mich anzusprechen. Ich freue mich sehr über Feedback!
Wenn ihr heute schon wissen möchtet, wie dieser Blog entstanden ist, könnt ihr gerne hier mehr darüber lesen:
#makingof

Bevor ich hiermit den offiziellen Startschuss erteile geht übrigens ein großer Dank an alle, die mich bis hierher unterstützt haben. Ich werde in den kommenden Beiträgen bestimmt noch darauf zu sprechen kommen.
Nun denn, ich freue mich riesig auf ein spannendes Jahr, viele tolle Erlebnisse und zahlreiche Bekanntschaften. Auf geht´s!
Liebe Grüße,

Sarah

Ihr findet mich übrigens auch auf Facebook FacebookTwitter (@mittelrheinwkgn) und Instagram (mittelrheinweinkoenigin).

Kategorien

Neueste Kommentare

    Facebook

    Nächste Woche beginnt bei uns die Lese! Ich freue mich schon total und werde überall mit anpacken. Mein eigener Riesling darf aber noch ein bisschen reifen.
    Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Abend ☺️
    ... See MoreSee Less

    View on Facebook

    Der Vorentscheid der Wahl zur Dt. Weinkönigin ist geschafft. Für mich hat es leider nicht ganz gereicht. Aber ich freue mich ehrlich gesagt viel mehr darüber, dass es jetzt für mich privat, wie auch beruflich weitergehen kann und ich mich ganz auf meinen ersten Wein konzentrieren kann. Die Gewissheit ist doch etwas Schönes. Und natürlich am Mittelrhein selbst geht es ja auch noch ein bisschen weiter! 😉👸🏼

    Ein Riesen Lob geht an meine Fans. Wir haben gezeigt, dass der Mittelrhein super ist und haben noch am längsten nach der Wahl gefeiert. Danke! 😃💕

    Ich darf nun nächste Woche in der Jury sitzen und mit wählen, welche der 6 Finalistinnen die Krone bekommt. Fest steht: egal, wer das Glück hat, verdient haben es alle! 💕
    ... See MoreSee Less

    View on Facebook

    Blog via E-Mail abonnieren

    Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

    Schließe dich 4 anderen Abonnenten an